Vorab möchte ich noch sagen, dass dieser Blog dazu gedacht ist, meine Erinnerung an diese Reise ein wenig wachzuhalten. Er soll wiedergeben, wie ich die Reise erlebt habe, was ich für erinnerungswürdig halte und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Geschichtliche Daten sind nicht Sinn und Zweck, ich habe an entsprechender Stelle aber einige Links eingefügt. Wer also nochmal nachlesen möchte, kann sich hier bedienen.
Also geht es los am 6. März per Taxi und Zug nach Frankfurt. Mitreisende sind Ellen und Achim sowie Tanja und Dagmar. Wir sechs bilden also die Gruppe aus Wilhelmshaven. In Frankfurt kommen noch einige andere dazu, eine Gruppe - ebenfalls Bucher einer Leserreise - aus Braunschweig. Die Braunschweiger Zeitung schickt auch gleich noch eine Reiseleiterin mit, Birgit wird uns während der Reise betreuen und ist der gute Geist der Gruppe.
Unser Flug geht um 19.15 Uhr, wir versuchen ein wenig zu schlafen. Es gelingt mehr oder weniger. Die Ankunft in Peking ist dann 11.45 Uhr, die Zeitverschiebung beträgt 8 Stunden.
Am Flughafen dauert alles etwas länger, aber letztlich läßt man uns doch rein. Herr Lu begrüßt uns und bombardiert uns mit interessanten Einzelheiten über seine Stadt und sein Land. Man merkt ihm den Stolz auf sein Land an und es macht Spaß, ihm zuzuhören. Er verfügt über einen erstaunlichen Vokabelschatz, schließlich war er noch nie in Deutschland. Er erklärt uns, das aus der Zeit der großen Armut noch die Frage stammt, die heute nur noch ein guter Wunsch an den Gesprächspartner ist: "Se la ma?". Das bedeutet: "Hast du gegessen?"
Die Fahrt durch Peking nimmt eine Menge Zeit in Anspruch, der Verkehr ist mörderisch. Über der Stadt liegt ein Dunst, viele Menschen laufen mit Tüchern vor dem Mund herum. Die Bäume, die man sieht, haben eine grau-braune Farbe, gesund sehen sie nicht aus. Wir fahren zur verbotenen Stadt, laufen über den Platz des himmlischen Friedens
http://verbotenestadt.net/platz-des-himmlischen-friedens
und sehen uns dann die verbotene Stadt an.
http://verbotenestadt.net
Es ist wirklich sehr eindrucksvoll und wir bestaunen die wunderbar geschnitzten Häuser.
| Der Platz des himmlischen Friedens ist wg. einer Veranstaltung gesperrt. |
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| Der Eingang zur verbotenen Stadt |
| Man passt gut auf uns auf. |
| Schon eindrucksvoll die verbotene Stadt. |
Der Eingang zum Haupthof bildet das Tor der höchsten Harmonie. Dieser Ausdruck soll uns über die ganze Reise begleiten, denn Lu verwendet ihn für die chinesischen Toiletten. Diese sind wirklich unter aller Kanone, man sollte nicht vergessen, Papier und Sagrotantücher mit sich zu führen. Inzwischen gibt es außer den "Löchern im Boden" auch normale Toiletten, allerdings sind diese meistens nicht besonders sauber, Papier ist so gut wie nie vorhanden. Also nix mit höchster Harmonie!
Um die verbotene Stadt herum befindet sich ein Wallgraben. Mit dem Aushub dieses Grabens wurde ein Hügel aufgeschüttet. Da am Fuß des Hügels Kohle gelagert wurde, wurde er Kohlenhügel genannt. Auf der Spitze wurde der Pavillion des Ewigen Frühlings gebaut und genau dort hinauf klettert Lu mit uns, etliche Treppen hoch. Wir haben einen tollen Ausblick von hier und bereuen die Anstrengung nicht.
Wir machen uns auf den Rückweg und warten am verabredeten Punkt. Leider fehlt jemand. Unser "Uwe", der eigentlich Stefan heißt, aber wir finden, dass "Uwe" einfach besser zu ihm passt. Ja, das ist das Schicksal der Reiseleiter: Lu und Birgit machen sich auf und suchen nach ihm und endlich ist er dann wieder bei uns.
Wir fahren zum Essen, alle sitzen um einen großen runden Tisch und nehmen von den in der Mitte aufgebauten Speisen. Chinesische Küche, lecker und gut.
Dann geht es endlich in unser schönes Hotel und wir fallen ins Bett.
Der nächste Tag: Herr Lu holt uns um 8.00 Uhr ab und es geht zur chinesischen Mauer. Der am besten erhaltene und am meisten besichtigte Abschnitt befindet sich in Badaling, also bereits in der Mongolei. Herr Lu erklärt uns, dass die Geschichte, die Mauer wäre vom Mond aus zu sehen, nicht stimmen könne, denn zwei Drittel der Mauer seien zerstört und lediglich ein Drittel ist noch als ursprüngliche Mauer erhalten. Ja, waren sie denn nun wirklich oben, die Amis? Mehr zur Mauer hier:
http://www.chinesischemauer.net/
Wir steigen die Treppen hoch auf die Mauer, die Chinesen haben sich leider nicht an die europäische Norm für Treppenhöhen gehalten und so ist es sehr beschwerlich. Nach einem kurzen Stück gebe ich auf, mein Husten, der mich seit gestern plagt, macht mir zu Schaffen. Einige von uns klettern hoch hinauf, aber dort ist sehr steil und auch der Abstieg ist nicht ungefährlich.
| Ein schöner Blick auf die Mauer |
| Steile Treppen und so mancher kommt ins Rennen. |
Wir gehen zum Essen, wiederum der runde Tisch und verschiedene Gerichte.
Weiter geht es zum Sommerpalast.
http://www.insidebeijing.de/yiheyuan.htm
Herr Lu erläutert uns die Begriffe des Ying und Yang und wir finden in den Gärten um den Sommerpalast viele Beispiele dafür.
http://www.garten-lebensbluete.de/cms/front_content.php?idcat=6
Im Wandelgang entlang des Sees kann man 14000 Bilder entdecken. Wir machen einen langen Spaziergang entlang des Sees, auf dem im Sommer einige Dschunken herumfahren.
| Die Dschunken fahren leider erst im Sommer. |
Ein kleiner Chinese, der wie üblich, einen Schlitz hinten in der Hose hat, fiel uns auf und entzückt uns alle.
| Sein Gesicht war auch niedlich anzusehen! |
Unser Bus wartet am Nordeingang und wir fahren ins Olympiagelände um uns unter anderem das Vogelnest anzusehen. Hier haben sich wohl alle Einwohner Pekings verabredet, so viele Menschen schlendern an den kleinen Buden, in denen Andenken verkauft werden, vorbei.
| Das Vogelnest im Olympiagelände |
Wir fahren weiter in ein Lokal, in dem Lu für uns ein Pekingentenessen gebucht hat. Es ist wohl auf Touristen spezialisiert, aber das Essen ist gut. Einige Vorspeisen, am runden Tisch von allen probiert. Dann werden die Enten vor unseren Augen tranchiert. Die Stücke werden mit Sellerie oder Gurke in kleine Pfannküchlein eingewickelt und gegessen. Sehr lecker. Allerdings folgt ein schockierendes Ereignis. Einer der Mitreisenden fängt an zu verkrampfen, fällt einfach um und ist nicht mehr ansprechbar. Der herbeigerufene Arzt läßt ihn im Krankenhaus untersuchen, man vermutet einen allergischen Schock. Der Abend endet also nicht so angenehm und betroffen verabschieden wir uns.
Am nächsten Morgen, bereits um 5.15 Uhr, holt uns - Gott sei Dank uns alle - der Bus ab zum Flughafen.Eine letzte Fahrt durch Peking. Nun weiss man wieder nicht mehr so genau: haben wir nun Morgennebel oder ist es der Smog, der uns nicht allzuviel sehen läßt. Der merkwürdige Husten, der mich seit der Ankunft plagt, ist allerdings ein Zeichen für die hohe Luftverschmutzung.
Flughafen, wie immer Wartezeit, dann der dreistündige Flug nach Tokio. Wir haben einige Verspätung.
Ich steuere die erste Toilette auf dem Tokioer Flughafen an und bin begeistert: keine Löcher im Boden sondern High-Tec-Klos vom Feinsten. So kann es weitergehen.
Stan, unser Reiseleiter holt uns ab. Er ist Deutscher und arbeitet an einem Institut in Tokio, wenn er nicht gerade Touristen durch Tokio führt.
Schon die Fahrt vom Flughafen zum Hotel zeigt eine sympathische, liebevoll gepflegte Stadt mit eindrucksvoller Skyline. Man empfindet im Nachhinein Peking als grau-schwarz-weiß und Tokio als bunt und farbenfroh.
Wir haben den Rest des Tages zur freien Verfügung und laufen in einen anderen Stadteil, um uns im Hardrock-Cafe einen Pin zu kaufen. Dann geht es mit der Bahn weiter zur berühmten Shibuya-Kreuzung. In der Bahn gucken wir schlau auf unseren U-Bahn-Plan und wundern uns doch sehr, dass hier keine von den Stationen aufgeführt sind, die wir gerade passieren. Dann kommt ganz trocken von Achim: "Liegt vielleicht daran, dass wir gar nicht in der U-Bahn sitzen!" Richtig, wir fahren ja Hochbahn, kommen trotzdem gut an und gönnen uns an dieser Wahnsinnskreuzung einen Kaffee beim Starbucks. Natürlich nehmen wir einen Becher für Claudia und Florian mit. Das Leben an dieser Kreuzung ist enorm. Ganz Tokio scheint auf den Beinen zu sein um zu shoppen und zu sehen und gesehen zu werden.
| Solche LKW fahren ständig über die Kreuzung und machen Werbung. |
| Beim Essengehen überläßt man nichts dem Zufall und kann aus Plastiknahrung auswählen. |
| Auf dieser Kreuzung tobt das Leben. |
Wir fahren zurück - diesemal wirklich U-Bahn - und suchen in der Nähe des Asakus-Schreins ein Lokal, um etwas zu essen. Leider ist schon alles geschlossen. Dann finden wir in der Nähe des Hotels einen kleinen japanischen Laden, in dem viele junge Leute sitzen und uns herzlich begrüßen. Wir essen hier sehr gut und Stäbchen sind dabei natürlich Ehrensache. So langsam klappt das auch sehr gut und wir werden satt.
Am nächsten Morgen holt uns Stan ab und wir fahren zunächst zum Kaiserpalast, den man allerdings nur von außen besichtigen kann. Er wird nur zweimal im Jahr geöffnet und dann drängen viele Japaner danach, ihn zu betreten. Die Grünflächen um den Palast sind sehr schön angelegt, viele Formschnittbäume dominieren das Gelände.
| Das schöne Gelände um den Kaiserpalast |
http://www.holidayasia.eu/japan-tokio-kaiserpalast.php
Der Bus bringt uns zum Meiji-Schrein, interessant, ein wunderschöner Park umgibt den Schrein und wir sind natürlich begeistert, dass wir hier auch noch eine japanische Hochzeit beobachten können. Hier regieren einige Zeremonienmeister und die kleine japanische Braut ist in ihr Gewand eingewickelt, so dass sie nur mit winzigen Schritten neben ihrem Gatten herlaufen kann.
| Spenden von Sponsoren: Reiswein |
| Eine japanische Hochzeit. |
http://www.tokio-reisefuehrer.com/meiji-schrein.html
Danach geht es zum Rathaus, ein 200 m hoher Turm bietet einen phantastischen Blick über Tokio. Wir kaufen eine Ansichtskarte - es ist Montag - und schicken sie an unsere Tochter. Bereits am Donnerstag ist diese Karte in Ostfriesland angekommen. Die japanische Post scheint also recht zuverlässig und schnell zu sein.
| Ein Blick auf Tokio. |
http://www.japan-infos.de/japan-reisefuehrer/tokio/rathaus-city-hall
Weiter geht es in die große Einkaufsstraße Ginsa. Ein Kaufhaus - Mitsukoshi - zeigt uns auf den zwei untersten Etagen so tolle Lebensmittel, wir kommen aus dem Staunen nicht heraus.
| Eine schöne und teure Einkaufsstraße. |
| Kobe-Rind, teuerstes Fleisch aus dem Kaufhaus. |
| Die Auswahl ist riesengroß. |
| Dieser kleine Amor lauert auf seine Opfer. |
| Mag man gar nicht trinken. |
Es geht per Bahn zum Asakusa-Schrein in der Nähe unseres Hotels.
http://www.japan-infos.de/japan-reisefuehrer/tokio/asakusa-schrein
Inzwischen ist es eiskalt geworden und der Wind pfeift uns um die Ohren. Nach der Besichtigung geht es zum Aufwärmen für eine Stunde ins Hotel. Grüner Tee hilft mir beim Auftauen. Danach bummeln wir noch eine Weile durchs Viertel, das Hotel hat eine tolle Lage. Das Shoppen ist allerdings nicht so ergiebig, weitgehend Billigzeug zu hohen Preisen. Wir essen wieder in dem kleinen Restaurant und probieren uns durch die Speisekarte. Inzwischen haben noch einige andere aus unserer Reisegruppe dieses Lokal entdeckt. Bei der Auswahl der Speisen zeigen wir einfach auf die Bilder auf der Speisekarte. Unter anderem kam dann auch eine Art Salat mit kleinen weissen frittierten Tierchen (hoffentlich Fischchen). Wir probieren alles und das meiste ist auch gut.
| Der Weg zum Asakusa-Schrein |
| Hier noch mal ohne die vielen Menschen. |
Am nächsten Morgen holt uns Stan ab und wir fahren nach Nikko. Die Fahrt dauert fast zwei Stunden und führt uns weit aus der Stadt hinaus. Wir haben uns auf Anraten von Stan dick angezogen, es liegt noch Schnee in Nikko. Wir können nun ahnen, wie die Landbevölkerung hier lebt. Meine Vorstellung von rot-schwarz-lackierten japanischen Häusern mit Schiebetüren aus Papier muss ich leider revidieren. Ich sehe nicht eines solcher Häuser. Es sieht eher aus wie in Deutschland. Bis weit aus der Stadt hinaus sieht man immer noch Hochhäuser. Fast jeder Balkon ist mit Wäsche zugehängt. Man könnte meinen, hier hätten sich private Wäschereien etabliert.
| Auf dem Weg aus der Stadt können wir den Fuji gut erkennen. |
Als wir in Nikko ankommen, scheint zwar die Sonne, aber es liegt tatsächlich noch Schnee. Wir besichtigen einen weitläufigen Schrein- und Tempelbezirk, eingebettet in den Nikko-Nationalpark.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nikk%C5%8D
Wir beginnen die Besichtigung mit dem Taiyuin-Tempel., die Häuser mit den wunderbaren Schnitzereien und Bildern sind wirklich wunderschön, ich habe die ganze Zeit das Gefühl, ich sehe nur Jugendstil-Elemente um mich herum. Ranken, Blumen, sehr schöne Malerei. Wir klettern die 220 Stufen hinauf, die zur Urne des ersten Tokugawa-Shoguns führen.
| Wunderschön und liebevoll restauriert. |
| Erinnert doch frappant an Jugendstil. |
Das ich es nicht vergesse: Japan beeindruckt mich nicht zuletzt durch seine ausnehmend höflichen und zuvorkommenden Menschen. Hier sind zum Beispiel zwei hübsche Mädchen, die in ihren Kimonos so fotogen waren, dass wir nicht widerstehen konnten. Sie kicherten und freuten sich und standen uns gern als Models zur Verfügung.
Nach einem kleinen Mittagessen bei einem netten japanischen Paar fahren wir über Serpentinen an einen in der Nähe gelegenen See. Ein schönes Erholungsgebiet, das die Menschen aus Tokio gern nutzen. Weiter geht es an einen Wasserfall, an dem sich gelegentlich die hier wild lebenden Japan-Makaken treffen, um von den Menschen gefüttert zu werden.
| Ein hübscher See, ein Touristenziel. |
| Wenn man Glück hat, kann man hier die wild lebenden Affen sehen. |
Zurück geht es nach Tokio und wir lassen einen wirklich eindrucksvollen Tag in Gedanken nochmals ablaufen. Wir essen etwas und gehen gleich schlafen, denn am nächsten Morgen geht es früh weiter.
Geweckt werden wir um halb fünf, abgeholt um viertel nach, Lunchpaket und dann verabschieden wir uns von dieser eindrucksvollen Stadt. Der Flug geht nach Shanghai. Hier erwartet uns wieder ein Reiseleiter, der ebenfalls Lu heisst. Er erzählt allerdings, dass sein Name anders betont werde. Der Name des Kollegen aus Peking bedeute "Straße", sein Name dagegen bedeute "Stadtviertel", also etwas viel Größeres. Sowieso stellt sich heraus, dass Herr Lu ein Spaßvogel und um keinen Witz verlegen ist. So erzählt er uns unter anderem, dass wir hier im allgemeinen "Kartoffelaugen" genannt werden und die Chinesen sich selbst "Reisaugen" nennen.
Leider regnet es in Shanghai und wir werfen unser Programm ein wenig um. Zunächst geht es also in ein Lokal zum Essen. Auf der Fahrt erfahren wir schon Interessantes über die Stadt. Es gibt mehr als 1600 Hochhäuser, die alle mehr als 30 Stockwerke haben. Alle vier Tage wird in Shanghai ein Hochhaus fertig gestellt. Die alten Häuser wurden in den letzten 20 Jahren abgerissen und dafür entstanden die Neubauten.
| Hochstraßen in Shanghai |
| Hochhäuser soweit man sieht. |
Herr Lu erzählte uns, er sei einem der alten Häuser aufgewachsen und bedaure den Abriss nicht. Die Häuser hatten nur ein Schlafzimmer, keine Küche und kein Bad. Allerdings ist der Arbeitsweg für Herrn Lu jetzt 2 Stunden lang, weil bezahlbarer Wohnraum nur weit außerhalb der City vorhanden ist. Herr Lu erzählte, er habe einen BMW und wir waren natürlich entsprechend beeindruckt. Dann klärte er uns auf: B bedeute Bahn, M bedeute Metro und W bedeute Walking. Ein Auto könne sich ein Reiseleiter natürlich nicht leisten. Unter anderem auch, weil der Wohnraum so teuer ist und man eine Wohnung kaufen müsse. Das sei wichtig, wenn man heiraten und ein Kind haben wolle. Inzwischen freuten sich chinesische Paare, die nur ein Kind haben dürfen, mehr über Mädchen, weil sie für einen Jungen viele Jahre Geld ansparen müssten, damit er im Heiratsalter eine Wohnung kaufen könne. Da seien insbesondere die Schwiegermütter unerbittlich und wollen ihre Töchter versorgt sehen.
Shanghai ist eine moderne, farbenfrohe und lebendige Stadt, mit Peking in keiner Weise zu vergleichen. Wir sehen uns von der Promenade Bund aus den Fluß und die Hochhäuser auf der anderen Seite an. Dort werden wir morgen Abend eine Schiffstour machen, um Shanghai auch mal mit all seinen Lichtern zu sehen.
http://wikitravel.org/de/Shanghai
Jetzt geht es weiter ins Künstlerviertel. Hier gibt es in kleinen Läden handgefertigte Schuhe, Kaschmir, Seide und einiges an Kunsthandwerk. Auch einige Restaurants sieht man hier und einige nutzen die Gelegenheit zum Einkauf. Wir steigen in den Bus, fahren durch den wahnsinnigen Verkehr ins Hotel. Da es regnet, verlassen wir das Hotel nicht mehr, essen eine Kleinigkeit und nehmen noch ein Bierchen, bevor wir ins Bett gehen.
Um 9.00 Uhr geht es wieder durch den mörderischen Verkehr zum Tower. Per Fahrstuhl geht es in den 88. Stock. Das dauert genau 45 Sekunden, nicht zu fassen. Dann sind wir wirklich geflasht von dem Anblick der uns erwartet. Diese Stadt ist so eindrucksvoll und faszinierend, man kann es wirklich kaum beschreiben. So weit man sehen kann, Hochhäuser. Die wenigen kleinen Häuser dazwischen will man jetzt unter "Denkemalschutz" stellen, wie Herr Lu uns erklärt. Wir genießen diesen Blick eine ganze Weile, bevor wir wieder in den Fahrstuhl steigen.
| Blick vom Tower ins Foyer eines Hotels. |
Wir essen in einem Hotel, wie immer an dem berühmten runden Tisch. Dann möchte Lu uns eine Seidenfabrikation zeigen, dort kann man sich ansehen, wie Seide hergestellt wird und man kann auch ein wenig einkaufen. Auf dem Weg dorthin sehen wir allerdings interessante kleine Straßen und Marktstände und Peter und ich entschließen uns, uns auf eigene Faust ein wenig umzusehen und die Seidenherstellung auszulassen.
In dem Marktviertel gibt es viele merkwürdige Dinge zu bestaunen. Allerdings werden auch wir bestaunt und einige Male fotografiert. Es gibt Gemüse, Obst, lebendigen Fisch und Fleisch, das offen herumliegt. Eine Katze läuft drüber hinweg und das scheint ganz normal zu sein. Eine Babykatze lauert uns auf und will mit uns spielen.
| War schon drauf und dran, sie mitzunehmen. |
| Eine Schneiderei auf der Straße. |
| In der Markthalle sieht das Gemüse sehr appetitlich aus. |
| Dicke braune Kröten, weniger appetitlich. |
| Der ist gerade verkauft worden. |
Direkt neben der Seidenfabrik gibt es ein Geschäft, in dem man Küchenzubehör kaufen kann und ich erstehe Spankörbe, in denen man Gemüse und Wan-Tans dämpfen kann. Ich werde das zu Hause mal probieren.
| Großväter und Enkel, das ist auf der ganzen Welt gleich. |
Weiter geht es in den Trubel der Altstadt. hier herrscht der Tourismus, unendlich viele Lokale, alle wollen einem was verkaufen, Menschenmassen drängen sich hier vor der Zick-Zack-Brücke, die in den chinesischen Garten führt. Der Garten ist wirklich eine Augenweide. Etliche Obstbaum-Bonsais, ein riesiger Gingkobaum, viel Wasser und Steine. Der Kaiser hat diesen Garten für seine Konkubinen anlegen lassen. Er wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut und neu angelegt.
| Yin und Yang. |
| Ein schöner Anblick, dieser chinesische Garten. |
http://metropole-shanghai.blogspot.de/2010/05/shanghai-garten-yuyuan-yu-garten.html
Nach einem Kaffee bei Starbucks fahren wir zur berühmtesten Einkaufsstraße Shanghais, der Nanking Straße. Die Preise in den Geschäften sind allerdings genauso hoch wie in Deutschland und so beschränken wir unsere Einkäufe auf ein Seidentuch. Ständig werden wir allerdings angesprochen, ob wir Taschen oder Uhren kaufen möchten. Lu hat uns vorher gewarnt: diese Uhren zeigen vormittags die Zeit in China, nachmittags dann die deutsche Zeit. Nee, lieber nicht am falschen Ende sparen.
| Der Rummel auf der Einkaufsstraße. |
Wir treffen uns am verabredeten Ort, steigen in den Bus und fahren zum Hafen. Dort besteigen wir ein Schiff und fahren entlang der eindrucksvollen Häuserzeilen. Es ist inzwischen dunkel und der Blick auf die erleuchtete Stadt ist atemberaubend. Keiner von uns kann sich diesem großartigen Erlebnis entziehen.
Wir sind uns einig, das ist ein würdiger Abschluß des Shanghai-Aufenthaltes. Wir nehmen noch einen Absacker im Hotel und lassen den Tag Revue passieren.
| Ein unglaublicher Anblick, dem man sich nicht entziehen kann. |
http://www.focus.de/panorama/welt/eine-metropole-voller-wolkenkratzer-shanghai-schiesst-nach-oben-fotos-zeigen-den-wandel_aid_1062957.html
Freitag und gleichzeitig Rückreisetag. Bereits um 7.30 Uhr fahren wir los. Verständlich, wenn man den Verkehr betrachtet. Es geht teilweise nur im Schneckentempo vorwärts. Autofahrer, Rad- und Rollerfahrer verstopfen die Straßen, um zur Arbeit zu kommen. Unterwegs sehen wir einen kleinen Park, in dem viele Chinesen ihren Frühsport machen. Teils tanzen sie, teils machen sie Thai Chi. Sollte man das vielleicht auch bei uns einführen?
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| Morgens halb acht in Shanghai. |
Wir erreichen den Bahnhof des Trans-Rapid-Zuges. Der bringt uns in 7 !! Minuten an den 30 km entfernten Flughafen.
| Ohne Worte. |


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